Die Geschichte von Lootus beginnt mit einem schweren Schicksalsschlag. Als geschwächte Fundtaube wurde sie in eine Tierklinik gebracht. Doch da die Finder die Behandlungskosten nicht tragen konnten oder wollten, drohte ihr die Rückkehr auf die Straße – krank, geschwächt und ohne Überlebenschance. In diesem Moment hatte Lootus Glück: Ich war zufällig wegen meiner anderen Pflegetauben vor Ort und nahm sie auf.
Die Untersuchungen ergaben einen massiven Bakterien- und Hefebefall. Noch bevor die Wurmuntersuchung beginnen konnte, schied Lootus einen blutigen Wurm aus – ein Alarmsignal, das sofortiges Handeln erforderte. Ihr Zustand war drei Wochen lang kritisch. Mit nur 180 Gramm wog sie weniger als die Hälfte einer gesunden Taube ihrer Größe. Sie bestand praktisch nur aus Haut und Knochen. Zwei Wochen lang war eine Ernährung ausschließlich mit vitamin- und mineralstoffangereichertem Brei nötig, da sie nichts anderes verdauen konnte.
Als wäre das nicht genug, zeigte sie bald neurologische Auffälligkeiten. Ihre Verdauung blieb über Wochen instabil, sodass sie täglich Infusionen benötigte. Trotz aller Rückschläge kämpfte sie – und ich mit ihr. Schließlich brachte ein negatives Testergebnis auf Salmonellen Gewissheit: Lootus litt an PMV (Paramyxovirus), einer schweren Erkrankung, die Krämpfe, Koordinationsstörungen und neurologische Beschwerden verursacht.
Hoffnung und ein neuer Lebensweg
Lootus hatte eine lange Genesungszeit vor sich, aber sie gab nicht auf. Mit Fürsorge, medizinischer Unterstützung und einer angepassten Ernährung erholte sie sich langsam. Heute ist sie glücklich mit der ebenfalls an PMV erkrankten Taube „Munic“ verpaart und steht als Symbol für Hoffnung und die oft unsichtbare Arbeit in der Rettung dieser vergessenen Tiere.


