Knuts Geschichte

Knut (Mitte) nach seiner Ankunft

Knut kam am 27. August 2024 zusammen mit Kurt und einem anderen Küken im Alter von ca. 4 Wochen bei mir an. Er wog damals 250g, obwohl Küken in diesem Alter ca. 300g wiegen sollten. Direkt konnten Würmer, Trichomonaden, Kokzidien und Hefen festgestellt werden und ich begann mit der Behandlung. Nach einigen Tagen zeigte Knut plötzlich neurologische Auffälligkeiten. Immer wieder rutschte sein Kopf beim Schlafen zur Seite und er wackelte leicht mit dem Kopf. Am nächsten Tag wurden die Ausfälle stärker und mir wurde klar, dass Knut PMV hat.

Der Paramyxo-Virus greift die Nervenbahnen an, wodurch die Tauben die Kontrolle über ihre Muskeln verlieren. Dadurch können Lähmungen oder Ticks entstehen, die sich je nach Befall und Taube stärker oder schwächer zeigen können. Auch wenn die Viren bekämpft sind, können diese Auffälligkeiten für den Rest des Lebens anhalten, wobei in der Regel mit der Zeit Besserungen auftreten. Zu den neurologischen Symptomen kommen Magen-Darm-Beschwerden, meistens Durchfall, und ein geschwächtes Immunsystem, wodurch die Taube noch anfälliger für andere Krankheiten wird.

Bei Knut waren die PMV-Symptome zum Glück nicht ganz so schlimm. Fressen und trinken konnte er allerdings nicht von selbst, sodass ich ihm dabei helfen musste. Zwei Wochen später war Knut noch schwächer als vorher und sein rechtes Auge war angeschwollen und gerötet. Es war so schlimm, dass ich Eiter aus dem Auge entfernen musste und Knut Elektrolyte zur Stärkung des Immunsystems geben musste. Als es sich nach einigen Tagen immer noch nicht besserte und sich immer wieder Eiter bildete, fuhren wir zu einer Klinik in Düsseldorf und erhielten eine Diagnose. Knut hatte eine durch Bakterien ausgelöste Augenentzündung, die mit Antibiotika behandelt werden musste. Sein Zustand war kritisch und für mich stand eine Klassenfahrt an, sodass meine Mutter die Pflege übernehmen musste. Durch ihre Hilfe und die Medikamente ging es Knut nach einigen Tagen schon sichtlich besser. Er fing sogar an durch unser Wohnzimmer zu laufen und zu flattern. Ihm ging es immer besser. Die Entzündung verschwand, Knut nahm zu, sein Federkleid wurde schöner und die PMV-Symptome werden immer weniger.

6 Monate später kann Knut immer noch nicht fliegen und selbstständig fressen. Beim Trinken nimmt er gerne Hilfe an, schafft es aber auch alleine. Trotz seiner Erkrankung scheint Knut das Leben zu lieben. Er hat seine Lieblingsplätze, vor allem auf dem weichen Bett, startet immer wieder Flugversuche, die zunehmend besser werden, und liebt es gekuschelt zu werden. Andere Tauben findet er nicht so toll, aber vielleicht findet er ja irgendwann noch die eine Richtige…

Knut mit ca. 6 Monaten
Die ersten PMV-Symptome

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert